Neuer Stauraumkanal für Saalburg

Die ersten Schritte für die geplante Kläranlage sind getan

Bereits im Frühjahr dieses Jahres begannen die Baumaßnahmen zur Verlegung eines neuen Stauraumkanals in der Dr.-Karl-Rauch-Straße in
Saalburg. Der Kanal besitzt sowohl einen Drosselschacht als auch eine Entlastungsanlage, die verhindern, dass der Kläranlage bei Regenwettter mehr als vier Liter Wasser pro Sekunde aus dem Mischsystem zufließen. Ohne diese Voraussetzung könnte die geplante Kläranlage bei Niederschlägen schnell überlastet werden.


Der Stauraumkanal ist sechseinhalb Meter lang und hat mit einem Rohrdurchmesser von zwei Metern ein Volumen von etwa 20 Kubikmetern.
Im Inneren befindet sich ein kreisrundes Rohrsieb von 40 Zentimetern Durchmesser, welches an den Entlastungsschacht angeschlossen ist. Bei Regenwetter fließt viel mehr Wasser in den Stauraumkanal als die Kläranlage aufnehmen kann. Dadurch staut sich das Wasser im Stauraumkanal. Nach einer gewissen Zeit wird die überschüssige Wassermenge, also das „Entlastungswasser“, über den Entlastungsschacht in die Bleilochtalsperre abgege ben. Das Entlastungswasser fließt im Vorfeld durch das Rohrsieb, um sicherzustellen, dass keine Grobstoffe abgeschwämmt werden. Die Kosten für den Stauraumkanal be laufen sich auf etwa 350.000 Euro.
Finanziert wird das Vorhaben aus schließlich aus Mitteln des ZWOS „Obere Saale“.


Hintergrund der Baumaßnahmen ist, dass große Teile der städtischen Kanalisation von Saalburg im Mischsystem gebaut wurden. Dabei werden
sowohl das Niederschlags- als auch das Schmutzwasser gemeinsam in einem Sammler abgeleitet. Beim Anschluss an eine Kläranlage muss daher der Wasserzufluss, zum Beispiel bei Regenwetter, begrenzt werden, da die Kläranlage sonst überlastet wird. Geschieht das nicht, könnten
die von der unteren Wasserbehörde geforderten Ablaufparameter nicht eingehalten werden.


Die neue Kläranlage wird nach Beendigung der aktuellen Baumaßnahmen voraussichtlich ab August 2022 errichtet. Sie ist für 950 Einwohner
konzipiert und soll etwa Ende 2023 in Betrieb genommen werden. Das Ziel dabei ist unter anderem, die Gewässerqualität in der Saale zu ver-
bessern. Die Gesamtkosten belaufen sich auf zirka 3,5 Millionen Euro.

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